Baselbieter Freiheitsfest: Ansprache von Hans A. Jenny

Liebi Landslütt, Dame und Herre, Fraue und Manne Sehr geehrti Frau Regierigsrötin Sabine Pegoraro, Sehr geehrti Herre Regierungsröt Anton Lauber und Thomas Weber. Ich freu mi sehr, dass mir hütt grad drei fusionskritischi Magistrate begrüesse dörfe.

Die ganzi Fusionsgschicht hett nit nur mit unsere Freiheitsgfühl, sondern au viel mit Rächne z’tue: 500 Franke pro Stund syg e agmässes Sitzigs-Honorar, het e fusionsfründlige Baselbieter Regierigsroot erklärt. Und e-n-andere Fusionsfründ und Ex-Regierigsroot hett gmäldet, dass tausig Frangge pro Sitzig in Ornig syge. Drum dörfe mer au mit dene Zahle rächne. 125 Gsetzesfabrikante wurde also bi numme zäh Sitzige pro Johr 1,25 Millione koschte.
Doderzue kömme no – nach amtlige Berächnige, für Büro- und Wisseschafts-Infrastruktur e wyteri gueti Million - plus 350‘000 Frangge für Oeffentlichkeitsarbet. Johr für Johr, notabene.

Mer mien also aneh, dass 125 Verfassigsrööt zulaste vo de Stüürzahler in der Stadt und uff em Land jedes Johr - ohne Koschte-Erhöhige, Türigszuelag und wytere Näbespese – 2,6 Millione verbruche. Das macht in zäh Johr mindeschtens 26 Millione.

Wenn denn dä Verfassigsbärg syni neue Gsetzesmüüs gebore hett, syge mer jo erscht sozusage halbschwanger. Es gieng jetzt jo numme um e unverbindligi Priefig, behaupte d‘Fusionischte.
Erstunke und erloge, Betrug und Bschyss!
Halbschwanger gitts nit! Au unsere Regierigsroot hett Bedänke und stellt d’Kardinalfroog: „Unterstehen die vom Verfassungsrot erlassenen sogenannten `unerlässlichen` Gesetze einem Referendum? Ein Demokratiedefizit in der Form, dass der Souverän beim Entscheid über die Gesetzgebung übergangen wird, muss vermieden werden.“ Au das seit unseri Baselbieter Regierig. E fromme Wunsch, aber nur e Wunsch und kai Gsetz.

Tatsächlig isch vom-e-ne obligatorische Referändum, von ere zwingende Abstimmig über alli neue Gsetz, kai Red. Mer hätte denn nüt me z’saage und könnte numme no brav nicke und dä ganzi unnötigi Zauber mit Stüürerhöhige zahle.

D`Fusionischte hänn jo sälber e kai Ahnig, wie lang die Sitzerei goh sott. Si hänn aimool vo fünf, denn wieder vo siebe oder sogar vo zäh Johr gschriebe. In der Vorlag vom Baselbieter Regierigsroot an Landroot heissts klar und düttlig: „Für den Verfassungsrat ist keine Amtsdauer vorgesehen.“ Bi so saftige Sitzigshonorar hänn also alli Verfassigsrööt e persönlig finanziell Interesse dra, dass die ganzi sogenannti Fusionsprüfig möglichst lang goht. Das tüüri Gekäse und Paragrafeschinde könnt also au zwölf oder 15 Johr duure.
Und während däre lange Zytt wartet me zwangsläufig in der Stadt und uff em Land ab. S’politisch Läbe blybt blockiert. Es wurd gar nüt meh laufe in Sache Fortschritt – alle Räder stehen still, weil der Verfassungsrat es will!

Unsere Baselbieter Sänger, der Florian Schneider, hett mit sym Rotstablied e-n-aigene, unabhängige Propaganda- Fäldzug organisiert. Eso wie-n-är könne au Sie, liebi Gescht, ganz persönlig muetig für e Nai zur Fusion ystoh.
Loose Si nit uff das dumm Gschwätz, mir wurde polarisiere. E klari Mainig isch guete Schwyzer Bruuch. Unseri Freiheit isch nit verhandelbar – weder im Baselbiet no in der Schwyz! Es git traditionslosi Mensche, wo nüt meh wüsse wänn vo Heimet, vo unserer Gschicht, vo unsere Vorfahre und übers Vatterland, über unsere Landkanton spöttle. „Sitzed nicht da, wo die Spötter sitzen“, heissts in der Bibel. Hütt, am Fest der Freiheit, wänn mir alli für die guete alte Wärt ystoh: Für unseri Treui zum Baselbiet, für der bewährti schwyzerischi Föderalismus und für d’Unabhängigkeit vo unserem Baselbiet.

D’Fusionischte möchte am liebschte alli Kantön abschaffe und internationali Grossruum-Regione konstruiere. Si maine, das syg mödärn und jung. Nai, liebi Baselbietere und Baselbieter, dass isch e-n-alte und e schäbige Huet, wenn me glaubt, dass grösser besser und durenandgmischlet gscheiter syg. Ganz im Gegetail: Guet z’regiere und überschaubar sinn nur heimettreui Strukture. Das wüsse au unseri Gwärbler, unseri Buure und unseri KMU.

Kürzlich isch unter grossem Trari und Trara z’Basel e Studie gmacht worde. Me hett 6000 KMU-Betrieb vo Stadt und Land gfrogt, was sie denn vo däre Fusion halte. Jä, hetts denn in de Zyttige ghaisse, die meischte vo däne, wo e-n-Antwort geh hänn, syge z’Basel derfür gsi – numme im Oberbaselbiet haigs s’weniger begaischteret tönt. Aber ohalätz, die Umfroog isch bös in d’Hose gange – es hänn nämlig überhaupt numme knappi zäh Prozänt e-n-Antwort geh – 90 Prozänt vo alle klaine und mittlere Betrieb z’Basel und uff em Land isch’s Thema Fusion also schnorzegal und conchitawurscht gsi.

Sehn Si, liebe Landslütt, eso felscht me-n-Umfrooge! Wenn mir jetzt brav fünf, siebe, zäh oder meh Johr lang d’Fusion „prüefe“ wurde, denn wärdi alles besser und billiger, verspräche unseri Gegner und Gegnerinne.
Bla – bla – bla – ganz im Gegetail!
Allermindeschtens 26 Millione koschtet der Verfassigsroot, und au wenn me denn irgendwenn emool Huderte vo Beamte in der Stadt und uff em Land rationalisierigskündige tuet, git das halt au wieder Millione Entlassigsspese. Höcheri Fusionsstüür sinn vorprogrammiert. In Dütschland äne glaubt au kai Mensch meh an grossi, leeri Versprächige: Der Berliner Superflughaafe und d’Hamburger Elb-Harmonie sinn meh als dopplet so tüür worde wie hoch und heilig aakündiget. Au bi uns liegt me s’Blau vom Himmel – dängge Si numme an d’Neat und alli Gotthard- und Lötschbärg- Löcher, an s’Gschwätz vom Bundesroot in Sache EU und „Freizügigkeit“ – alles glooge!
Und jetzt sölle mir de Fusionischte glaube, wenn si vo Synergie fasle?

D’Basler sinns jo gwöhnt, dass me grosszügig mit der rotgrüene Kelle aarichtet. Basel hett e Sozialhilfequote vo 7 Prozänt, s’Baselbiet vo numme 2,5 Prozänt – au dorum, will im Stadtkanton über 30 % Ussländer läbe, bi uns numme öppe zäh Prozänt. Basel hett die zwaittürschti Verwaltig vo der Schwyz. Pro Ywohner und Johr gitt me für das im Verheltnis fascht zwaimool so grossi Beamteheer in der Stadt 14000 Franke uss – bi uns numme 7000 Franke. D’Stadt isch trotzdäm immer wie krimineller worde. Offebar isch unseri Landpolizei schnäller…

Logischerwys hett d’Stadt au viel tüüreri Krankekasseprämie. Do ha-n-i no e Mäldig, wo erscht wenigi Tag alt isch: Basel will 400 Millione Stüürusfäll dermit teilkompensiere, dass me 34 Kulturmillione uss em Budget strycht um e sofortigs Finanzdesaster abzwände.
Kai Wunder, säuslet is jetzt dr Basler Stadtpresidänt um d’Ohre, mer syge jo Liebi, wenn mir no meh fürs freudlosi Stadttheater und d’Universitet zahle wurde. Wenn mer aber nit eso lieb sy wölle, derno wurd är sich halt mit de Jurassier verbünde…
Jo, es stimmt tatsächlig – Basel tickt anders!

D‘ Baselbieter Kantonsverächter vo de sozialischtische Fusionischte plane au bi uns im Schatte vo däm Fusionsgschtürm e neue Fischzug uff die üblige Verdächtige: Die sogenannte Mehrverdiener sölle denn die höchere Fusions-Stüüre zahle. // Ich ha Basel trotzdäm gärn – in gegesyttig unabhängiger und glychberächtigter Partnerschaft.
Zum Lob vo däre gschichts- und traditionsryche Staddt ha-n-ich au elf Basler Biecher gschriebe. D’Fusionischte sinn nit Basel – ganz im Gegetail schade si dr Entwicklig in der Stadt und uff em Land. Denn au z’Basel gitts tausigi vo Mensche, wo begryffe, dass me’s Baselbiet nümm als Untertanegebiet und uns Baselbieter als Buuretscholi betrachte darf, sondern als ehrligi Partner uff glycher Höchi.

„Entente cordiale ja – Fusion Nai“ das isch my Slogan vo allem Aafang a gsi. Und mit Kollege sött me-n-au nit „Schweinchen Schlau“ spiele, wie das d’Fusionischte immer wieder versueche. Mer sinn kai Zahlvati für die rotgrüeni Basler Schulde- Wirtschaft. Ains mues klar sy: Ueberall dört, wo mir freiwillig und partnerschaftlig Hunderti vo Millione an die sogenannte Zentrumslaschte laischte, überall dört soll Baselland au in alle Belange fair mitbestimme dörfe – ob das jetzt finanziell, programmatisch, strukturell oder strategisch isch – Mir löhn ys nie meh über e Tisch zieh!

Mit bsunderer Freud darf ich Sie, liebi Freiheitsfeschtgmaind, au no uff e grossi Gruppe vo junge Lütt uss alle Parteie uffmerksam mache. Si bekenne sich hütt derzue, dass Si die Riese-Baselbieterfahne als Zaiche vo ihrem Nai zur Fusion, an der Sissacherflueh uffghängt hänn. Uff ihre Lybli haissts klar und düttlig „Fusion – nein Danke!“ Es isch schön, dass jetzt nit nur Elteri für unsere Kanton ystöhn, sondern au unseri Baselbieter Jugend.

Bi uns uff em Land und au in Basel sälber erkläre sich jetzt au vieli ehemoolige Regierigsrööt gege d’Fusion, will si über die schlimme Konsequänze Bschaid wüsse. D’SVP Oberbaselbiet und au mir vom unabhängige Komitee „Pro Baselbiet“ als gemeinsami Veranstalter vom hüttige „Fest der Freiheit“ sinn ys ainig: Mer sage Aendi Septämber Nai zum unnötige und tüüre Verfassigsroot und zu-n-ere johrelange Paragrafe-Produktion.

Mir wänn kaini Fusions-Stüüre zahle. D’Stadt Basel söll ihri viele dringende intärne Problem sälber löse und uns Landlütt das sy und bliebe loh, was mer sinn – freyi Baselbieterinne und Baselbieter!


Hans A. Jenny,
Gründer-Präsident „Pro Baselbiet“, Tecknau